Paul Blackham – Genesis 18-19 (3)
Paul Blackham – Genesis 18-19
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Genesis 19:24
Jahwe auf der Erde und Jahwe in den Himmeln. Es ist ein großartiger Vers, mit dem man Zeugen Jehovas herausfordern kann: Welchen Jehova bezeugen sie? Den Jehova auf der Erde oder den Jehova in den Himmeln?
Dies ist die tolle Wahrheit, über die wir an unserem letzten gemeinen Tag nachdenken müssen.
Wenn wir den tatsächlichen Text der Passagen aus Genesis lesen, können wir die Lehre Gottes nicht verstecken, die hier präsentiert wird. Es ist eine trinitarische Theologie, die sich auf Christus konzentriert. Wir sind wegen unserer biblischen Prioritäten nicht davon beunruhigt. Trotzdem hat es viele Theologen in der westlichen Tradition gegeben, die das erwähnen der Dreieinigkeit im AT zutiefst beunruhigend fanden.
Colin Gunton legt die Schuld für diese Überhandnahme innerhalb der westlich-christlichen Theologie zu Füßen der philosophischen Theologie.
„…es gibt eine Tendenz für die unterschiedlichen Formen der Handlungsweisen, die dem Sohn und dem Heiligen Geist zugeordnet werden, zu mittel-Agenturen umverteilt zu werden, die im Rahmen einer stark unitarischen Auffassung der göttlichen Handlung. Weil Jesus Christus und der Heilige Geist tendenziell von Engeln ersetzt werden, wird der Charakter göttlichen Handlungen in der Geschichte zu unitarisch verstanden…“ (Verheißung trinitarischer Theologie, Seite 172) {ich weiß einfach keinen besseren Weg, diesen schwierigen Satz zu übersetzen. Was Gunton sagen will, ist einfach, dass es die Tendenz gibt, die Funktionen, die der Sohn und der Heilige Geist haben, auf Engel umzudeuten, so dass man ein unitarisches Gottesbild beibehalten kann.}
Diese Schemata, womit die Aktionen Gottes im AT in einer unitarischen Weise verstanden werden, entwickelte sich am Ende des 4ten Jahrhunderts. All die Aktionen Gottes im AT wurden als Werke der Engel beschrieben – denn wie könnte Gott vor der Inkarnation/Fleischwerdung jeglichen, direkten Kontakt mit der Welt haben.
Wie wir schon angedeutet haben, war das tiefgehende Problem die Vermittlung {der Job des Mittlers} des Sohnes. Während die Apostel und Christen der ersten 250 Jahre in biblischer Studie, von Passagen wie Sprüche 8, Genesis 1, Johannes 1 und Kolosser 1 angeführt, gesehen hatten, dass Christus von Anfang an das vermittelnde Mitglied der Dreieinigkeit war, stellte sich die philosophische Lehre Gottes dagegen.
Die grundsätzliche Definition Gottes im philosophischen Ansatz ist eine göttliche Substanz, die den drei Personen zugrunde liegt. Alle Fragen über Gott in diesem Ansatz beschäftigen sich mit der Beziehung dieser göttlichen Substanz zu der Schöpfung, nicht die Beziehung der drei Personen mit der Schöpfung.
Es ist kein Wunder, dass die Exegese/Auslege des AT zu Beginn des frühen Mittelalters so problematisch wurde, und bis hin zur Reformation reichte.
Die frühen Christian hatten eine exegetische Freiheit und Integrität genossen, die der mittelalterlichen, westlichen Tradition verloren gegangen war.
Zum Beispiel hat Gregor von Nazianz (325-389) fantastische Bibelübersichten, in welchen er die Beziehung von Vater und Sohn im AT erklärt:
„…wenn Mose angeordnet wurde, nach Ägypten runterzugehen und die dortigen Israeliten herauszuführen, und als er die Schafe seines Onkels mütterlicher seits im arabischen Land hütete, unterhielt sich unser Christus mit ihm in der Erscheinung von Flammen in einem Busch, und sagte, ‚Zieh deine Schuhe aus, und komm hier her’… und er empfind von Christus mächtige Kraft, der mit ihm in der Erscheinung von Feuer redete, und ging hinunter und führte die Leute heraus, indem er große und wundersame Dinge tat…“
Gregor verurteilt das ungläubige Judentum als Verrat des Glaubens Moses. Moses kannte Christus sehr gut als die sichtbare Form des unsichtbaren Gottes – doch viel der Juden in Jesu Tagen hatten solch ein theologischen Glauben und Verständnis nicht.
„Nun, das Wort Gottes ist Sein Sohn, wie wir es vorher gesagt haben. Und er wird Engel und Apostel genannt; denn er verkündet, was auch immer wir wissen sollen und er ist gesandt worden, um zu verkünden, was auch immer offenbart wurde; wie es unser Herr selbst sagt, ‚Wer mich hört, hört den, der mich gesandt hat.’ Diese zeigt sich auch von den Büchern Mose; denn so ist es in ihnen geschrieben, ‚Und der Engel Gottes sprach zu Mose… und sagte, Ich bin der ich bin, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, der Gott deiner Väter; gehe hin nach Ägypten und bringe Mein Volk’…“
Gregor sagt, dass die wahre Beleidigung des ungläubigen Judentums das Denken ist, dass es der Vater war, der mit Mose aus dem brennenden Busch gesprochen hat – denn indem sie das tun, verleugnen sie die Realität Christi, der Sohn Gottes. Sie konnten in dieser Weise nur so vom Vater sprechen, weil sie des wahren Gottes des AT unkenntlich sind. Deshalb sagt er, „Daher tadelt sie auch der Geist der Prophezeiung, und sagt, ‚Israel kennt Mich nicht, mein Volk hat Mich nicht verstanden.’“
Jesus’ harsche Anklage von seinen sogenannten Nachfolgern in Johannes 8 ist so ziemlich genau das, was Gregor sagt. Diese ungläubigen Juden kannten den Gott Abrahams überhaupt nicht, denn sie kennen nicht Christus, Gott der Sohn. Ihr Versagen, ihn zu kennen und zu lieben zeigt einfach, dass sie den Gott des AT überhaupt nicht kennen. Die AT Gläubigen kannten Gott in Christus, seinen Gesandten.
Sobald wir dem apostolischen Muster der AT Auslege folgen, fangen wir an, den atemberaubenden Reichtum und Komplexität trinitarischer Theologie des AT zu sehen. Es ist wichtig, dass wir dem Text Beachtung schenken – und wenn wir diese Verse anderen erklären, dass wir ihre Aufmerksamkeit auf dem halten, was tatsächlich dasteht, anstatt was sie zu denken glauben.
Wenn wir zum Beispiel das Wirken der Drei Personen im Buch Exodus studieren – besonders Kapitel 19:33-35, finden wir solch eine deutliche Präsentation der biblischen Gotteslehre. Diese Kapitel sind so erstaunlich, weil wir sowohl das Wirken der Drei Personen sehen, als auch Ihre unterschiedlichen Rollen. Da ist der Vater, der der ungesehene HERR bleibt, der HERR in den Himmeln, der seinen Engel sendet, um seine Zwecke in der Schöpfung zu erreichen, Gericht und Erlösung. Da ist der Sichtbare HERR, der in perfekter Weise das Wort und den Willen des Vaters der Welt präsentiert. Da ist der Geist des HERRN, der sowohl den Sichtbaren HERRN als auch sein Volk in die Lage versetzt, den Willen des Vaters zu tun.
Wenn diese alttestamentliche Gotteslehre nicht sicher am Platz ist, dann werden wir Schwierigkeiten mit dem Verstehen haben, wenn wir zum Neuen Testament kommen. Das Neue Testament setzt die Theologie des AT voraus. Es gibt keine neutestamentliche Lehre Gottes – nur eine Vorsetzung der Lehre Gottes aus dem AT. Johannes kommt am nächsten dran, die Lehre Gottes auszudrücken, doch er schickt uns einfach immer und immer wieder in seinem Evangelium zum AT zurück.
Fazit
Das Alte Testament ist nicht ‚Vor Christus’. Es ist der Fortschritt Christi, wie Er in der Geschichte bis zu seiner eigenen Fleischwerdung voranschreitet. Diejenigen, die mit ihm in diesem Fortschritt liefen, hatten ihren ganzen Glauben und ihre ganze Hoffnung auf Ihn fixiert, ob sie Ihn nun direkt sahen oder nicht. Er war das Objekt des rechtfertigenden Glaubens seit Anbeginn der Welt und Er wird es auch bis zum Ende der Welt sein. Gott hat niemals in einer anderen Weise agiert, als von dem Vater (der HERR in den Himmeln), durch den Sohn (der Engel des HERRN), in der Kraft des Geistes des HERRN. Er hat nicht nur immer in dieser Weise gehandelt, sondern auch Sein Volk hat dies immer als einen grundsätzlichen Aspekt ihres Glaubens und Verstehens. S gibt keine Stelle in der Bibel, wo die trinitarische Natur Gottes wie eine Art Puzzel oder Rätsel angesehen wird, dass es zu Lösen gilt. Es ist schlicht und einfach die Grundlage, auf der alle Kenntnis Gottes ruht.